Bildwirkung und Gestaltung

Jeder kann die Perspektive bewusst einsetzen und sollte dies auch tun. Doch was ist die Perspektive und wie kann ich sie beeinflussen? Perspektive ist eine Zusammenfassung aller Möglichkeiten etwas dreidimensionales zweidimensional abzu-
bilden. Beim Fotografieren können Sie diese durch die Wahl Ihres Standpunktes verändern.Es hat sich teilweise die Meinung verbreitet, man könne die Perspektive auch durch die Wahl einer anderen Brennweite verändern. Die Brennweite hat aber
nichts mit der Perspektive zu tun , auch wenn sie zu verschiedenen Wahrnehmungen führen kann.

 

Die Perspektive kann durch die Wahl des Standpunktes,  nicht aber durch die Wahl der Brennweite beeinflusst werden.

 

Nun aber genug der Theorie, gehen wir zur Praxis über.

 

Die Normalperspektive

Da es die gewöhnlichste Perspektive ist, möchte ich gerne bei der Normalperspektive anfangen. Diese, auch Zentral-
perspektive genannt, erreichen Sie einfach dadurch, dass Sie ein Motiv auf „Augenhöhe“ fotografieren. Bei Gebäuden
und Landschaften bedeutet, das, dass Sie einfach die Kamera vor Ihr Gesicht nehmen und fotografieren. Sollten Sie
jedoch Kinder oder Tiere fotografieren, kann es durchaus sein, dass Sie in die Knie gehen müssen um diese aus der Normalperspektive zu fotografieren.Gerade, wenn Sie Kinder fotografieren, können Sie durch das „auf Augenhöhe
gehen“ deutlich ansprechendere Bilder erhalten, als wenn Sie „von oben herab“ fotografieren.

 

Die Vogelperspektive

Die Vogelperspektive ist zum Beispiel im Bereich der Makrofotografie die Standartperspektive. Durch sie wirken Motive
klein und eventuell gestaucht. Ein Kleinkind, das Sie aus der Vogelperspektive fotografieren, wirkt so also auch wirklich
klein.Es entsteht leicht der Eindruck, als wäre „von oben herab“ fotografiert worden.Je nachdem ob das zu Ihrer Bildaus-
sage passt oder nicht, können Sie das natürlich bewusst einsetzen. Außerdem bewirkt die Vogelperspektive ein gewisses
Gefühl von „Freiheit“ beim Betrachter.

 

Die Froschperspektive

Unter Froschperspektive fällt alles unterhalb der normalen Augenhöhe. Sie bewirkt, dass Gegenstände lang gezogen und
groß wirken. So kann im Extremfall ein kleines Hochhaus aus der Froschperspektive fotografiert wie ein riesiger Wolken-
kratzer wirken. Probieren Sie es doch einfach mal aus!Eine weitere Wirkung der Froschperspektive ist, dass das Motiv
erhaben, dominant oder gar bedrohlich wirkt. Auch diesen Effekt können Sie natürlich kreativ einsetzen, um beispiels-
weise eine Flasche an der Kante eines Tisches stehend so wirken zu lassen, als würde Sie jeden Moment herunterfallen,
oder einfach um Ihr Model dominant erscheinen zu lassen. Freundlicher wirkt bei der Portraitfotografie allerdings die
Normalperspektive oder eventuell leichte Vogelperspektive.

 

Weg von der Masse der Bilder

Weichen Sie ruhig einmal von der jeweiligen Standartperspektive ab. Fotografieren Sie beispielsweise Blumen aus der Froschperspektive, statt aus der Vogelperspektive. Sie werden sehen, der kreative Einsatz der Perspektiven lohnt sich
und bringt interessante, aus der Masse hervorstechende Aufnahmen.

 

Sie sehen, wie viel die Wahl der Perspektive doch an einem Bild bzw. dessen Wirkung beeinflussen kann. Je nachdem,
welche Wirkung Sie erzielen möchten, können Sie die unterschiedlichen Perspektiven also einsetzen um diese
zu unterstreichen.

 

Ich wünsche Ihnen gutes Gelingen.

 

Bis bald

 

Lars Müller

 

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